Häufige Fragen - Was ist erlaubt? (Stand 15. Juli 2020)

Vorwort

Die nun aktuell geltenden Regelungen ermöglichen uns einen eingeschränkten – aber durchaus machbaren Probenbetrieb (in entsprechend großen Räumen/Hallen oder im Freien auch wieder in kompletter Orchesterstärke). Auch Konzerte bzw. Auftritte sind unter Auflagen nun wieder möglich. Wir möchten Sie gerne ermuntern, die Möglichkeiten auch zu nutzen, um damit unsere Blasmusik für Musiker/innen und auch Öffentlichkeit wieder "erlebbar" zu machen. Die Maskenpflicht und auch die Abstandsregelungen werden uns im Alltag sicher noch einige Zeit begleiten. Diese machen aber ein Musizieren nicht mehr unmöglich. Umso wichtiger ist, dass sorgsam mit diesen neuen Freiräumen umgegangen wird. Fehlverhalten oder gar Corona-Fälle in den Vereinen wären sowohl für den Betroffenen als auch die Laienmusikszene fatal. Wir bitten aber auch zu respektieren, dass es Musiker/innen gibt, die derzeit noch nicht oder auch nicht in der vollen Kapellen- bzw. Orchestergröße musizieren möchten. Diese Vorbehalte gilt es zu respektieren und deshalb nicht auf eine Anwesenheitspflicht bei den Proben zu bestehen.

Die letzten Veränderungen wurde in der Kabinettssitzung vom 16. Juni 2020 beschlossen. Welche Änderungen dies im Allgemeinen waren, können Sie hier nachlesen: Bericht aus der Kabinettssitzung

Musikproben / Registerproben / Auftritte

Seit dem 15. Juni 2020 sind Proben und Auftritte somit ohne Beschränkung hinsichtlich der Anzahl der Musiker möglich. Der Abstand zu Musikern/innen mit Blasinstrumenten muss 2 Meter betragen. Zwischen allen anderen Beteiligten oder Konzert-Besuchern muss der Mindestabstand 1,50 Meter betragen.

ACHTUNG: Der Verordnung ist unter §20 folgender Satz zu entnehmen: "Kulturelle Veranstaltungen in Theatern, Konzerthäusern, auf sonstigen Bühnen und im Freien sowie die dafür notwendigen Proben und anderen Vorbereitungsarbeiten sind nur unter folgenden Voraussetzungen zulässig...". Daraus ist abzuleiten, dass Proben unter den Bedingungen zulässig sind, wenn konkret auf ein/e Konzert/kulturelle Veranstaltung hin geprobt wird. Eine zeitliche Frist ist damit gem. Verordnung nicht verbunden. Die Verantwortlichen sollten sich vor der Aufnahme des Probebetriebs im Klaren darüber sein, dass bei entsprechender Nachfrage/Prüfung der Probenanlass (bspw. aufgrund einer Anzeige eines Nachbars, der die aktuellen Regelungen noch nicht kennt) zu benennen sein muss.

Für Konzerte, Serenaden, usw. gilt:

    1. Der Veranstalter hat durch geeignete Maßnahmen sicherzustellen, dass grundsätzlich zwischen allen Teilnehmern, also Besuchern und Mitwirkenden, die nicht zu dem in § 2 Abs. 1 bezeichneten Personenkreis (1. Angehörige des eigenen Hausstands, Ehegatten, Lebenspartner, Partner einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft, Verwandte in gerader Linie, Geschwister und Angehörige eines weiteren Hausstandes ODER 2. eine Gruppe von bis zu 10 Personen) gehören, ein Mindestabstand von 1,5 m eingehalten werden kann; bei Einsatz von Blasinstrumenten und bei Gesang ist ein Mindestabstand von 2 m einzuhalten.
    2. Unter Beachtung der Anforderungen nach Nr. 1 sind in geschlossenen Räumen höchstens 100 und unter freiem Himmel höchstens 200 Besucher zugelassen; bei Veranstaltungen mit zugewiesenen und gekennzeichneten Sitzplätzen beträgt die Anzahl der möglichen Besucher in geschlossenen Räumen höchstens 200 und unter freiem Himmel höchstens 400.
    3. Für die Besucher gilt in geschlossenen Räumen Maskenpflicht, solange sie sich nicht an ihrem Platz befinden.
    4. Für die Mitwirkenden gilt in geschlossenen Räumen, in denen sich auch Besucher aufhalten oder der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann, Maskenpflicht; dies gilt nicht, soweit dies zu einer Beeinträchtigung der künstlerischen Darbietung führt oder wenn der Mitwirkende einen festen Platz eingenommen hat und den Mindestabstand einhält.
    5. Der Veranstalter hat ein Schutz- und Hygienekonzept auszuarbeiten und auf Verlangen der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde vorzulegen.
    6. Für gastronomische Angebote gelten die allgemeinen Voraussetzungen des Gastronomiebetriebs. 

Ausnahmegenehmigungen für Veranstaltungen unter freiem Himmel können auf Antrag von der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde erteilt werden, soweit dies im Einzelfall aus infektionsschutzrechtlicher Sicht vertretbar ist

Der im Anhang basierend auf den Empfehlungen der VBG und der Uni Freiburg sowie der gemeinsamen Bekanntmachung der Bayerischen Staatsministerien für Gesundheit und Pflege und für Wissenschaft und Kunst vom 15. Juni 2020 vom BBMV ausgearbeitete Vorschlag für ein Hygienekonzept für Proberäume wurde bereits aktualisiert für Sie! 

Bitte beachten: Ihr individuelles Konzept muss allen beteiligten aktiven Musiker/innen (bei Minderjährigen auch deren Erziehungsberechtigten) sowie dem/der Dirigent/in vor der Wiederaufnahme des Probebetriebes zur Kenntnis gebracht werden. Ferner muss es vor dem und idealerweise auch im Proberaum zur Einsicht ausgehängt werden. Das Konzept ist grundsätzlich NICHT genehmigungspflichtig. Sollten Sie in Räumen proben, die nicht dem Verein gehören, ist das Konzept jedoch mit dem Eigentümer der Räume abzustimmen und von diesem auch freizugeben. In der Infektionsschutz- maßnahmenverordnung heißt es zum Thema „Hygienekonzept“: Die Vereine haben ein Schutz- und Hygienekonzept auf der Grundlage eines von den Staatsministerien für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie und für Gesundheit und Pflege bekannt gemachten Rahmenkonzepts auszuarbeiten und auf Verlangen der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde vorzulegen.

Ferner finden Sie in der Anlage einen Plakataushang "Allgemeine Schutzmaßnahmen" von der DGUV als Druckvorlage für Ihren Proberaum.

Chorgesang im Bereich der Laienmusik ist ab 22. Juni 2020 wieder zugelassen ist. Voraussetzungen sind ein Mindestabstand der Beteiligten von 2 Metern, regelmäßige Lüftungsintervalle und eine Begrenzung der Probendauer.  

Das aktuelle „Hygienekonzept Kulturelle Veranstaltungen und Proben“ vom 2. Juli (Gemeinsame Bekanntmachung der Bayerischen Staatsministerien für Gesundheit und Pflege und für Wissenschaft und Kunst) sieht eine weitere Erleichterung hinsichtlich des Publikums vor:So haben „Personen, die nach den aktuell gültigen Regelungen im Verhältnis zueinander von den Kontaktbeschränkungen befreit sind, die Abstandsregel untereinander nicht zu befolgen.“ Dies bedeutet nach aktuell gültiger Regelung, dass Mitglieder von Haushalten oder Gruppen von bis zu 10 Personen ohne Einhaltung des Mindestabstandes Platz nehmen dürfen.

Für die Ticketausstellung wurde dies auch in der aktualisierten Fassung des Hygienekonzepts unter Ziffer 3.3.1 Satz 3 aufgenommen: „Soweit allgemein ein Mindestabstand vorgeschrieben ist, bleibt die Buchung zusammenhängender Plätze ohne Einhaltung des Mindestabstands auf den Personenkreis beschränkt, der nach den aktuell gültigen Regelungen im Verhältnis zueinander von den Kontaktbeschränkungen befreit ist“.

Wie die neue Regelung bei Veranstaltungen ohne Ticketausstellung oder mit stehendem Publikum angewendet werden kann, muss die Praxis der nächsten Wochen zeigen.

Link zum „Hygienekonzept Kulturelle Veranstaltungen und Proben“: www.verkuendung-bayern.de/baymbl/2020-386/

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Nachdem nicht jede Regelung in der Infektionsschutzmaßnahmenverordnung sich sofort von selbst erklärt, haben wir einige Punkte mit dem für unseren Bereich zuständigen Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst geklärt:

Sind auch Standkonzerte mit nicht explizit zugewiesenen Plätzen möglich?

Zunächst einmal dürfen sowohl Konzerte stattfinden, bei denen die Besucher sitzen als auch solche, bei denen die Besucher stehen. Die Anforderung bezüglich der explizit zugewiesenen und gekennzeichneten Sitzplätze bezieht sich auf Veranstaltungen mit höchstens 200 möglichen Besuchern in geschlossenen Räumen und höchstens 400 unter freiem Himmel. Dies bedeutet, dass Konzerte mit stehenden Besuchern auch ohne zugewiesenen Plätzen stattfinden können, allerdings dann mit der geringeren Personenhöchstzahl von 100 und 200. Selbstverständlich muss das Hygienekonzept dann trotzdem regeln, wie der Mindestabstand gewährleistet werden kann (bspw. Bodenmarkierungen etc.). 

Muss bzgl. der Konzertbesucher auch eine Anwesenheitsliste geführt werden, wenn keine Sitzplätze/Tickets verkauft werden?

Im Rahmenkonzept heißt es: „Um eine Kontaktpersonenermittlung im Falle eines nachträglich identifizierten COVID-19-Falles unter den Besucherinnen bzw. Besuchern, Mitwirkenden und Personal zu ermöglichen, ist eine Dokumentation mit Angaben von Namen und sicherer Erreichbarkeit (Telefonnummer oder E-Mail-Adresse bzw. Anschrift) einer Person je Hausstand und Zeitraum des Aufenthalts zu führen.“. Im Ergebnis ja, bei einer Person pro Hausstand.

Wie ist die Regelung von 10 Personen, die sich treffen dürfen (auch im gastronomischen Bereich) mit der Besucherregel von Konzerten (Abstand 1,50 Meter) zu sehen bzw. kann man das kombinieren?

Unabhängig von der Regelung zu Mindestabständen gilt nach 3.3.1 des Rahmenhygienekonzepts: „Soweit allgemein ein Mindestabstand vorgeschrieben ist, bleibt die Buchung zusammenhängender Plätze ohne Einhaltung des Mindestabstands auf den Personenkreis beschränkt, der gemäß § 2 Abs. 1 der Fünften Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung (5. BayIfSMV) in der Fassung der Bekanntmachung vom 29.05.2020 (BayMBl. Nr. 304), zuletzt geändert am 12.06.2020 (BayMBl. Nr. 334) von den Kontaktbeschränkungen befreit ist.“
§ 2 Abs. 1 der 5.BayIfSMV in dieser Fassung lautete: (1) Der Aufenthalt mehrerer Personen im öffentlichen Raum ist so zu gestalten, dass er höchstens den Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands, Ehegatten, Lebenspartner, Partner einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft, Verwandte in gerader Linie, Geschwister sowie Angehörige eines weiteren Hausstands umfasst.

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Vereinsversammlungen / Vorstandssitzungen / Generalversammlungen

Vereinssitzungen, die üblicherweise nicht für ein beliebiges Publikum angeboten oder aufgrund ihres persönlichen Zuschnitts nur von einem absehbaren Teilnehmerkreis besucht werden, sind mit bis zu 100 Teilnehmern in geschlossenen Räumen oder bis zu 200 Teilnehmern unter freiem Himmel gestattet, wenn der Veranstalter ein Schutz- und Hygienekonzept ausgearbeitet hat und auf Verlangen der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde vorlegen kann. 

Gottesdienste

Das Bistum Augsburg informierte zum 5. Juni 2020 zum Thema Kirchenmusik: Kleine Vokal- und Instrumentalensembles (auch Blasinstrumente) sind zur musikalischen Mitgestaltung der Gottesdienste ab sofort wieder erlaubt. Die Anzahl der möglichen Musizierenden ergibt sich aus den jeweiligen Platzverhältnissen vor Ort: Es muss untereinander (auch in den Proben) jeweils mindestens 2 Meter Abstand in alle Richtungen vorhanden sein (zu Blasinstrumenten 3 Meter). Ebenfalls ist ein Abstand von 5 Metern zwischen den Musizierenden und den Gottesdienstbesuchern bzw. den Mitwirkenden in der Liturgie einzuhalten. D. h., dass in der Regel das Musizieren/der Gesang von der (Orgel-)Empore aus erfolgen muss. Beim Musizieren auf der Empore ist der weitestmögliche Abstand zur Brüstung einzuhalten. Singen und Musizieren im Altarraum darf nicht in direkter Richtung zu den Gottesdienstbesuchern sowie zu den Mitwirkenden in der Liturgie erfolgen. Weitere Regelungen entnehmen Sie bitte dem Rundschreiben in der Anlage.

Corona-Finanzhilfe für Musikvereine

Das bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst hat den Vereinen der Laienmusikszene einen Corona-Hilfstopf in Höhe von 10 Mio. € in Aussicht gestellt. Damit kann jeder Verein eine Unterstützungsleistung von bis zu 1.000 € erhalten. Der Antragsweg steht seit 1. Juli 2020 zur Verfügung. Nähere Informationen dazu finden Sie: hier

Musikunterricht (Einzeln und Gruppen)

Musikunterricht kann flächendeckend auch wieder in den Räumlichkeiten der Musikvereine stattfinden. Doch auch dafür gilt:

Die Vereine haben ein Schutz- und Hygienekonzept auf der Grundlage eines von den Staatsministerien für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie und für Gesundheit und Pflege bekannt gemachten Rahmenkonzepts auszuarbeiten und auf Verlangen der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde vorzulegen. 

Unter Zugrundelegung der nun geltenden Regelung ist es (theoretisch) auch möglich, Gruppenunterricht durchzuführen (z.B. 2er/3er-Gruppenunterricht, Geschwisterunterricht). Diese Möglichkeit sollte jedoch mit Bedacht gewählt werden - Angebote mit Kleinkindern (z.B. Früherziehung) oder größere Gruppen (auch hier gilt max. 10 Pers. inkl. Ausbilder) sollten zum jetzigen Zeitpunkt unserer Meinung nach noch nicht in Erwägung gezogen werden.

Großveranstaltungen

Derzeit wurden von der Bundesregierung als Großveranstaltung deklariert: Volksfeste, größere Sportveranstaltungen mit Zuschauern, größere Konzerte, Festivals, Dorf-, Stadt-, Straßen-, Wein-, Schützenfeste oder Kirmes-Veranstaltungen. Diese sind derzeit bis zum 31. August 2020 untersagt. Das bundesweite Verbot von Großveranstaltungen soll nach derzeitigem Stand über den August hinaus verlängert werden.

Solokünstler Corona-Hilfe

Wie am 20.04.2020 von Ministerpräsident Dr. Markus Söder in seiner Regierungserklärung angekündigt und vom Ministerrat am 21. April 2020 beschlossen wird Bayern ein Hilfsprogramm für Künstlerinnen und Künstler zur Sicherung des Lebensunterhalts und Kompensation von Honorarausfällen infolge der Corona-bedingten Schließungen von Kultureinrichtungen und Veranstaltungsausfällen auflegen. In der Pressekonferenz der Staatsregierung vom 14. Mai 2020 informierte Ministerpräsident Söder, dass die Solo-Künstler-Soforthilfe nun auch auf alle Künstler ausgeweitet wird, die NICHT in der Künstlersozialkasse organisiert sind. Das Hilfsvolumen wird damit von 90 auf rund 140 Mio. € erhöht. Die Künstlerinnen und Künstler sollen über drei Monate monatlich 1.000 Euro erhalten, wenn ihre fortlaufenden Einnahmen aufgrund der Corona-Pandemie zur Sicherstellung des Lebensunterhalts nicht ausreichen.  

Hier können Sie einen Antrag auf Gewährung von Leistungen aus dem Künstlerhilfsprogramm des Freistaats Bayern stellen: https://www.kuenstlerhilfe-corona.bayern/

 

 

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